Biobasierte Beschichtungen

Laut DIN 8580 (Fertigungsverfahren) ist Beschichten Fertigen durch Aufbringen einer fest haftenden Schicht aus formlosem Stoff auf ein Werkstück. Das Ergebnis ist eine Beschichtung. Hört sich unspektakulär an, aber Beschichtungen sind Teil unseres Alltags – denken wir zum Beispiel nur an Farben und Lacke. Moderne Beschichtungen können kratzfest, schmutzabweisend oder leitend sein, Gläser entspiegeln, Textilien vor Knittern schützen usw. Nur eines sind sie in der Regel (noch) nicht: Biobasiert. Um das zu ändern, möchte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) jetzt Forschung, Entwicklung und Innovation zu biobasierten Beschichtungen fördern.

biobasierte beschichtungen
  • Antragstellung bis zum 01.07.19.
  • Kaum Einschränkung der Antragsberechtigung.
  • Förderung von Einzelprojekten und Verbundprojekten.

Das BMEL möchte Forschungs- und Entwicklungsprojekte fördern, die sich eines der beiden folgenden Module zuordnen lassen.

Modul 1 – Biobasierte Beschichtungen und Beschichtungssysteme

  • Produktinnovationen zur Entwicklung neuer Beschichtungsstoffe und ihrer Komponenten (u.a. Filmbildner, Lösemittel, Pigmente, Additive) aus nachwachsenden Rohstoffen für traditionelle und neue Anwendungsbereiche in der Industrie (Fahrzeug- und Flugzeugbau, Metallindustrie und Maschinenbau, Elektro- und Elektronikindustrie, Bauen und Wohnen, Technische Textilien, Papier- und Verpackungen sowie Fasern)
  • Produktinnovationen zur Entwicklung funktioneller und multifunktioneller Beschichtungen aus
    nachwachsenden Rohstoffen, die in Oberflächen mit speziellen Eigenschaften resultieren (aktive Oberflächen, schaltbare Oberflächen, schmutzabweisende Oberflächen, selbstheilende Oberflächen, hybride Oberflächen, steuerbare Funktionen usw.)
  • Prozessinnovationen zur Anpassung industrieller Prozesse der Herstellung oder der Applikation sowie der Oberflächen- und Beschichtungstechnologie an neue, biobasierte Beschichtungssysteme

Modul 2 – Biobasierte, funktionelle Beschichtungsstoffe und Beschichtungssysteme ausschließlich für Holz, Holzwerkstoffe und Möbel

  • Entwicklung neuer, innovativer, technisch und wirtschaftlich konkurrenzfähiger, umwelt- und gesundheitlich unbedenklicher, funktioneller, biobasierter Beschichtungen, die Oberflächen spezielle Eigenschaften (insbesondere für den Innenraumbereich) verleihen und insbesondere eine oder mehrere der folgenden Herausforderungen adressieren:
    • die sich ändernde Rohstoffsituation (Nadel- vs. Laubholz)
    • die gestiegenen und sich verändernden Anforderungen an holzbasierte Produkte
    • bestehende und sich verändernde gesellschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen (bspw. die Reduzierung von Emissionen und erhöhter Brandschutz)
  • Anpassung der industriellen Prozesse bei der Holzverarbeitung sowie der Holzwerkstoff- und Möbelherstellung an neue,  funktionelle Beschichtungssysteme, die in Oberflächen mit speziellen Eigenschaften (insbesondere für den Innenraumbereich) resultieren.

Achtung: Die Projekte müssen sich auf biobasierte Beschichtungen oder deren Komponenten beziehen, die über die DIN EN ISO 4618 oder die DIN 8580 erfasst werden

Es werden ausschließlich Verbundprojekte mit mehreren Partnern gefördert. Eine angemessene Beteiligung von Unternehmen an den Projekten ist ausdrücklich erwünscht. Die Antragsberechtigung ist kaum eingeschränkt. Natürliche oder juristische Personen mit Niederlassung in Deutschland können Anträge stellen. Für Unternehmen gilt in der Regel ein Fördersatz von 50% auf die zuwendungsfähigen Kosten. Kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) kann sogar ein höherer Fördersatz gewährt werden.

Das Antragsverfahren ist zweistufig und startet mit einer Projektskizze, die spätestens zum 01.07.19 eingereicht werden muss. Wird die Skizze positiv evaluiert, ist anschließend ein förmlicher Förderantrag einzureichen.

Biobasierte Beschichtungen sind Ihr Thema? Sie planen ein Projekt dazu und interessieren Sie sich für diese BMEL-Förderbekanntmachung? Dann sprechen Sie bitte unsere Expertinnen an. Wir erarbeiten einen aussichtsreichen Förderantrag für Ihr Projekt.

P.S.: Kennen Sie schon unsere Road to Innovation Success?