KI für die zivile Sicherheit

Mit ihrer im November 2018 vorgestellten nationalen Strategie Künstliche Intelligenz (externer Link) will die Bundesregierung Deutschland in diesem zukunftsträchtigen Technologiebereich an die Weltspitze führen. Deshalb kommen mehr und mehr Förderbekanntmachungen mit KI-Bezug auf den Markt. Jetzt will das Bundesforschungsministerium die breiten Möglichkeiten der KI auch für den Bereich der zivilen Sicherheit erschließen. Über eine neue Bekanntmachung sollen Forschung, Entwicklung und Innovation zu Risikomanagement, Datenauswertung, Entscheidungsunterstützung usw. gefördert werden.

 

ki für die zivile sicherheit
  • Förderung von interdisziplinären Verbundprojekten.
  • Kleine, mittlere und große Unternehmen sind antragsberechtigt.
  • Einreichung von Förderanträgen ist bis zum 14.02.20 möglich.

Als Beispiel für den Nutzen künstlicher Intelligenz in der zivilen Sicherheit, nennt das BMBF das deutsch-französische Projekt U-THREAT (externer Link). Hier wird noch bis Sommer 2020 daran gearbeitet, dass U-Bahnen im Ernstfall trotz schwerer Schäden funktionieren. Dazu werden große Mengen an Daten aus dem Betrieb eines U-Bahnnetzes analysiert. KI soll anschließend dabei helfen, die Verwundbarkeit einzelner Abschnitte zu ermitteln. Über Simulationsrechnungen soll das System schnell die beste Umleitung finden und beim Ausfall einer Strecke die U-Bahn automatisch auf eine sichere Strecke umleiten.

Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die über die neue Förderbekanntmachung „Künstliche Intelligenz in der zivilen Sicherheitsforschung“ unterstützt werden sollen, sollen anwendungsbezogen sein und sich mindestens einem der folgenden Themenfeldern widmen.

Zivile Sicherheit | KI und Risikomanagement

  • Vorhersage von Ausfällen und Störungen in sicherheitsrelevanten Systemen
  • Früherkennungs- und Warnsysteme für europäische Krisen und Naturkatastrophen
  • Identifikation von Ursachen sowie Abschätzung von Gefährdungspotenzialen
  • Früherkennung neuer Kriminalitätsfelder

Zivile Sicherheit | KI für die Auswertung von Massendaten

  • Analyse von Bild-, Video-, Text-, Audio- und Internetdaten zur Unterstützung bei der Lageerfassung und -einschätzung
  • Gezielte Auswertung und Aufbereitung von Bild-, Video-, Text-, Audio- und Internetdaten zur Unterstützung bei der Beweisführung (zum Beispiel Handschriftensammlung in digitalisierten Schriftproben und Tatschriften)
  • Digitale Forensik und Kriminaltechnik

Zivile Sicherheit | KI zur Qualifizierung von Anwendern

  • Erfassung, Erkennung und Nutzbarmachung von Handlungs- und Erfahrungswissen (zum Beispiel Wissens­management in Bezug auf Personaländerung)
  • Fragen der Künstlichen Intelligenz-Nutzung im Einsatztraining
  • Analyse und Auswertung von realen Einsatzdaten für Schulungszwecke
  • Simulationen für Training und Schulung von Anwendern
  • Schulung der Anwender auf Systemen der Künstlichen Intelligenz

Zivile Sicherheit | KI zur Entscheidungsunterstützung

  • Steuerung und Überwachung intermodaler Systeme
  • Unterstützung bei der Bewältigung komplexer Lagen
  • Erkennung von Fake-Inhalten und professioneller Desinformation

Achtung: Diese Förderrichtlinie adressiert ausschließlich Lösungsansätze, die der „schwachen“ Künstlichen Intelligenz zuzuordnen sind.

Es werden nur Projekte der sogenannten schwachen KI (externer Link) gefördert, die die kognitiven Leistungen des Menschen in konkreten Anwendungen unterstützt.

Antragsberechtigt sind Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Da die Projekte einen starken Anwendungsbezug haben sollen, sind Behörden, Kommunen, Betreiber kritischer Infrastrukturen usw. als potenzielle Anwender der Innovationen ebenfalls antragsberechtigt. Es werden ausschließlich Verbundprojekte mit mehreren Partnern gefördert, wobei eine maßgebliche Beteiligung von Unternehmen an den Projekten notwendig ist. Für Unternehmen gilt in der Regel ein Fördersatz von 50% auf die zuwendungsfähigen Kosten. Für Projektpartner aus der Wissenschaft kann ein höherer Fördersatz gelten.

Das Antragsverfahren ist zweistufig und startet mit einer Projektskizze, die zum 14.02.20 eingereicht werden muss. Wird die Skizze positiv evaluiert, ist anschließend ein förmlicher Förderantrag einzureichen. Die Projekte sollen in der Regel nicht länger als 36 Monate laufen.

Künstliche Intelligenz und zivile Sicherheit sind Themen, mit denen Sie sich beschäftigen? Sie planen ein entsprechendes Projekt dazu und interessieren sich deshalb für diese Fördermöglichkeit? Dann sprechen Sie bitte unsere Expertinnen und Experten an. Wir erarbeiten einen aussichtsreichen Förderantrag für Sie und unterstützen Sie auch gerne bei der Suche nach geeigneten Projektpartnern.

P.S.: Kennen Sie schon unsere Road to Innovation Success?