Steuerliche Forschungsförderung

Die Steuerliche Forschungsförderung SF, ein für Deutschland neues Förderkonzept, soll Unternehmen in Zukunft zu mehr Forschung und Entwicklung anregen. Das soll sich nach den Plänen der Bundesregierung auch im Bruttoinlandsprodukt BIP niederschlagen. Die dort erfassten Forschungsausgaben sollen bis zum Jahr 2025 von 3% auf 3,5% steigen. Am 01. Januar 2020 soll es mit der Steuerlichen Forschungsförderung losgehen.

steuerliche forschungsförderung

Achtung: Bei der Steuerlichen Forschungsförderung ist noch vieles im Fluss. Dieser Artikel wird deshalb regelmäßig aktualisiert.

Während die Steuerliche Forschungsförderung in Deutschland bis dato noch unbekannt ist, gewähren die

  • USA,
  • Japan,
  • Kanada,
  • China,
  • Russland und
  • 20 der (noch) 28 EU-Mitgliedsstaaten

ihren Unternehmen schon längst Steuervorteile, wenn sie Innovationen generieren. Update: Am 22. Mai hat das Bundeskabinett beschlossen, Forschung und Entwicklung ab dem 1. Januar 2020 steuerlich zu fördern. Bundestag und Bundesrat müssen dem Gesetzentwurf aber noch zustimmen.

Steuerliche Forschungsförderung | Das sieht der Kabinettsbeschluss vor

  • Zusätzlichkeit: Um einen weiteren Anreiz zur Erreichung des 3,5%-Ziels zu setzen, wird die steuerliche FuE als zusätzliches Instrument zur direkten Projektförderung eingeführt.
  • Begünstigte Unternehmen: Für alle Unternehmen ohne Größenbeschränkung verfügbar.
  • Förderdeckel: Die Förderung soll insbesondere für forschende kleine und mittelgroße Unternehmen Anreize schaffen, ihre FuE-Tätigkeiten auszuweiten. Gerade deren FuE-Investitionen sind im internationalen Vergleich noch ausbaufähig. Die maximale Fördersumme soll auf 500.000 Euro pro Unternehmen und Jahr begrenzt sein.
  • Förderfähige Aufwendungen: FuE-Personalkosten sowohl bei Forschung im Eigeninteresse als auch bei Forschung im Auftrag beim Auftragnehmer.
  • Höhe des Fördersatzes: Der Fördersatz soll 25 Prozent auf die FuE- Personalkosten betragen.
  • FuE-Aufwendungen lassen sich auf Grundlage des Frascati-Manuals der OECD abgrenzen, zu dem es bereits eine breite Anwendungspraxis bei Unternehmen gibt (jährliche FuE-Erhebung).
  • Förderung als Steuergutschrift: Die steuerliche FuE-Förderung soll als Zulage gewährt werden, die auch im Verlustfall ausbezahlt wird. Dies ist insbesondere für Start-ups außerhalb der Gewinnzone von Bedeutung. Die Förderung selbst soll nicht der Besteuerung unterliegen.
  • Verfahren: Abwicklung über eine Antragsstellung beim zuständigen Finanzamt nach Ablauf des Kalenderjahres sowie Begutachtung der FuE-Tätigkeit durch eine separate Zertifizierungsstelle.
  • Keine Doppelförderung: Bereits im Rahmen der Projektförderung finanzierte Personalkosten können nicht mehr mit der Forschungszulage gefördert werden.

Steuerliche Forschungsförderung | Das sind die Vorteile

Anders als bei „klassischen“ FuE-Förderprogrammen (z.B. ZIM), muss bei der steuerlichen Forschungsförderung kein Förderantrag gestellt und keine Evaluation durch einen Projektträger abgewartet werden – der Nachweis förderfähiger Aufwendungen reicht schon. „Das Instrument trägt somit zu einer erhöhten Planungssicherheit der Unternehmen hinsichtlich der Förderung risikobehafteter FuE-Vorhaben bei“ meint zum Beispiel Prof. Dr. Monika Schnitzer von der Ludwig-Maximilians-Universität München (externer Link).

Gleichwohl wird auch weiterhin ein nicht unerheblicher administrativer Aufwand zu beachten sein – wie bei allen anderen Steuerangelegenheiten auch. PNO Consultants ist mit vergleichbaren Verfahren in Frankreich und den Niederlanden sehr gut vertraut und deshalb auch hier der richtige Ansprechpartner für Sie.

Selbstverständlich gibt es auch Kritik. So hält das DIW (externer Link) die SF für nicht erforderlich, „weil sie jede Art von Forschung und Entwicklung unterstützt, auf Lenkung verzichtet und somit Abschied von einer gestaltenden Technologiepolitik einleiten würde.“

Steuerliche Forschungsförderung | Unser Fazit

Wie auch immer: Die SF dürfte für viele deutsche Unternehmen interessant und finanziell lukrativ sein. Sie ermöglicht eine Durchführung von FuE-Projekten unabhängig von Einreichungsfristen und Evaluationsverfahren. Davon profitieren insbesondere kleine und mittlere Unternehmen überproportional.

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