Technologieoffensive Wasserstoff

Mit ihrer Nationalen Wasserstoffstrategie NWS will die Bundesregierung einen Markt für Grünen Wasserstoff in Deutschland anschieben. Denn Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement für die Energiewende und die Dekarbonisierung. Die neue Technologieoffensive Wasserstoff ist ein weiterer Förderhebel zur Umsetzung der Wasserstoffstrategie. Lesen Sie hier, ob und wie Sie von der Technologieoffensive des Bundeswirtschaftsministeriums BMWi profitieren können.

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  • Förderung von Projekten zur Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff.
  • Förderung von Verbundvorhaben
  • Einreichung von Projektskizzen bis zum 30.04.21 (28.02.21).

Die Erzeugung und Nutzung von Grünem Wasserstoff ist leider noch nicht wirtschaftlich. Die Verwendung fossiler Energieträger ist noch deutlich günstiger. Zum Beispiel, weil bei den „Fossilen“ die Folgekosten der CO2-Emissionen (noch) nicht eingepreist werden. Vor diesem Hintergrund soll die neue Technologieoffensive des BMWi dazu beitragen, die technischen Voraussetzungen für eine konkurrenzfähige Wasserstoffproduktion und -verwendung zu schaffen. Dabei finden auch sogenannte Brückentechnologien mit Blauem oder Türkisem Wasserstoff Berücksichtigung.

Gefördert werden Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen von industriegeführten Konsortien. Dabei ist zu beachten, dass die technische Machbarkeit der Lösungen in Feldversuchen (mind. sechs Monate) zu testen und deren Effizienz zu bewerten bzw. nachzuweisen ist. Die Gesamtlaufzeit der Projekte soll drei Jahre betragen.

Die FuE-Projekte sollen sich innerhalb der folgenden Themenfelder bewegen:

Themenfeld 1: Erzeugung von Wasserstoff und Folgeprodukten

Bestehende Technologien für eine nachhaltige, effiziente und CO2-neutrale Erzeugung von Wasserstoff und Folgeprodukten sollen verbessert werden. Weiterhin gilt es, innovative Verfahren in diesem Bereich neu bzw. weiter zu entwickeln. Mögliche Förderthemen sind (nicht abschließend):

  • Erzeugung von Grünem Wasserstoff: Wasserelektrolyse, Hochtemperaturelektrolyse, Plasmalyse, Meerwasserelektrolyse, Co-Elektrolyse, biochemische und thermochemische Herstellung, Biowasserstoffherstellung und weitere Verfahren
  • Erzeugung von blauem Wasserstoff: CO2- Abscheidung nach erfolgtem Steam Reforming
  • Erzeugung von türkisem Wasserstoff: Methanpyrolyse mithilfe erneuerbarer Energien und Bindung/Nutzung des entstehenden Kohlenstoffs
  • Herstellung synthetischer Kraftstoffe: Verfahren basierend auf grünem Wasserstoff für den Verkehr, insbesondere für Schwerlast-, Luft- und Seeverkehr
  • Herstellung von Folgeprodukten zur Erhöhung der Speicher- und Transportfähigkeit: Methan, Methanol, Ammoniak und andere
  • Herstellung von wasserstoffbasierten Grundstoffen: Herstellung von chemischen Grundstoffen für die Anwendung in chemischen und industriellen Prozessen
  • Integration der Erzeugungsanlagen, von Speichern und Transportinfrastruktur in das Energiesystem zur Umsetzung der Sektorkopplung

Themenfeld 2: Wasserstoffinfrastruktur: Speicherung und Transport

Wasserstoff soll bedarfsgerecht, kostengünstig, sicher und umweltschonend den relevanten Nutzerstandorten, wie Industrie und Quartieren, bereitgestellt werden. Wenn Herstellung und Nutzung von Wasserstoff zeitlich und räumlich getrennt voneinander erfolgen, soll Wasserstoff möglichst verlustfrei gespeichert und transportiert werden können. Mögliche Förderthemen sind (nicht abschließend):

  • Speicherung: Speicherung von Wasserstoff in verschiedenen Anwendungssituationen, z.B. Tanks für den mobilen oder stationären Einsatz, Kavernenspeicher, poröse geologische Formationen, Umnutzung von Erdgasspeichern, Trägermaterialien wie LOHC oder Metallhydride, dezentrale Wasserstoffspeicher in Quartieren
  • Leitungsgebundene Infrastruktur: Umnutzung von bestehenden Erdgasnetzen, Verträglichkeit von Wasserstoffbeimischungen ins Erdgasnetz sowie Abtrennverfahren, Neubau von Wasserstoffnetzen und Fernleitungen, Wasserstoffverteilungsnetze
  • Nicht-leitungsgebundene Transportmethoden: Verflüssigung und Regasifizierung von Wasserstoff, verlustarme temporäre chemische Bindung von Wasserstoff, Importinfrastrukturen für Flüssigwasserstoff und Weiterverteilung, Integration von Leitungsinfrastrukturen mit Versorgungsmodi auf Binnenschifffahrtswegen, Schiene und Straße

Themenfeld 3: Nutzung

Das Hauptaugenmerk für den Einsatz von Wasserstoff liegt in der langfristigen Reduktion der CO2-Emissionen in Industrie, Verkehr und dem Wärmemarkt. In diesem Kontext sollen die verschiedenen Technologien zur Nutzung von Wasserstoff und seiner Folgeprodukte angepasst und Anwendungen hinsichtlich ihrer technischen Machbarkeit demonstriert werden. Ziel ist es langfristig fossile Brennstoffe durch grünen bzw. klimaneutralen Wasserstoff zu ersetzen und Anlagen und Prozesse daran anzupassen. Mögliche Förderthemen sind (nicht abschließend):

  • Brennstoffzelle: wasserstoff-basierte Brennstoffzellen, Übergangstechnologien unter Einbeziehung von Erdgas- und Flüssigbrennstoffreformern, reversibel einsetzbare Systeme, Brennstoffzellenantriebe, stationäre Brennstoffzellen zur Erzeugung von Strom und Wärme, Entwicklung von massenfertigungstauglichen Prozessen für die Brennstoffzellen-Stack- und Aggregatsproduktion mit dem Ziel kostengünstiger Standard-Lösungen.
  • Wasserstoffnutzung in Motoren und Turbinen für stationäre oder mobile Anwendungen
  • Wasserstoffnutzung in Industrieprozessen: Verringerung prozessbedingter CO2-Emissionen durch Entwicklung/Etablierung alternativer Technologien mit keinem oder sehr geringem CO2-Ausstoß in verschiedenen Industriezweigen (z.B. Metallgewinnung und Metallverarbeitung, Chemische Verfahrenstechnik, Entsorgung und thermische Abfallbehandlung, Herstellung von Grundchemikalien/Intermediates)
  • Wasserstoffnutzung in Quartieren: systemische Nutzung von Wasserstoff im Quartier mit integraler Betrachtung von Strom, Wärme, Kälte, Mobilität; Steigerung der Nutzungsgrade durch verbrauchernahe Abwärmenutzung der Elektrolyse oder der Brennstoffzelle; Wasserstofferzeugung und -speicherung als stabilisierendes Element im Stromnetz

Themenfeld 4: Standardisierung und Qualitätsmanagement

In allen Themenfeldern können übergreifende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu Standardisierung und Qualitätssicherung gefördert werden. Gute Qualität und hohe Sicherheit müssen in allen Bereichen gewährleistet sein, das betrifft die Komponenten und Anlagen, deren Betrieb in allen Nutzungsbereichen, die Speicherung wie auch den Transport. Nachhaltigkeit, Schonung von Umwelt und Klima sollen nachgewiesen werden können. International einheitliche Normen, Standards und Prüfrichtlinien sollen dazu entworfen oder bestehende auf die neuen Technologien angepasst werden.

  • Einheitliche Schnittstellen, z. B. bei Komponenten, Anlagen, Transport- und Leitungssystemen national und international
  • Bewertung der Anlageneffizienz und Qualität zur Vergleichbarkeit und Transparenz auf dem Markt
  • Harmonisierung der Herkunftsnachweise und Zertifizierung für Wasserstoff
  •  Sicherheitskonzepte und Schutzkonzepte für Wasserstoff-Infrastruktur, Betrieb und Nutzung von Wasserstofftechnologien
  • Geeignete Metrologie: Überwachungs- und Sicherheitstechnik, Messung von H2-Verbrauch und möglichen Emissionen
  • Verdichtung und Reinigung von Wasserstoff, Abscheidung aus Gasgemischen
  • Verbrennungstechnische Eigenschaften bei Prozessgasschwankungen (dynamische Gaskonditionierung)

Themenfeld 5 wird hier nicht betrachtet.

nationale wasserstoffstrategie

Technologieoffensive Wasserstoff | So fördert das BMWi Ihr innovatives Projekt

Antragsberechtigt sind Unternehmen jeglicher Größe (mit Betriebsstätte, Niederlassung in Deutschland) sowie Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen usw. Für Unternehmen gilt in der Regel ein Fördersatz von 50% auf die zuwendungsfähigen Kosten. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können sogar mit bis zu 80% gefördert werden.

Das Antragsverfahren zweistufig und startet mit der Einreichung einer Projektskizze, die bis spätestens 30.04.21 eingereicht werden muss. Aber Achtung: Eine erste Auswahl der bis dahin eingegangenen Skizzen wird bereits ab dem 28.02.21 erfolgen. Nach positiver Evaluation einer Skizze ist anschließend ein förmlicher Förderantrag einzureichen.

Ist Wasserstoff Ihr Thema? Sie planen ein innovatives Projekt dazu und interessieren sich deshalb für diese Technologieoffensive des BMWi? Dann sprechen Sie uns an. Wir erörtern die Förderchancen Ihres Projektes und erarbeiten ggf. einen aussichtsreichen Förderantrag für Sie.

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