Neue Begriffe in Horizon Europe Folge 10

Jede neue politische Strategie bringt neue Wortschöpfungen hervor oder gibt bereits existierenden Worten zusätzliche Bedeutungen. So ist es auch mit dem Brüsseler Vokabular. Das spezielle EU-Sprech wird auch die kommende Förderperiode wieder prägen. Wer bereits einen Blick in die neuen Arbeitsprogramme für Calls unter Horizon Europe werfen konnte, hatte vermutlich einige Fragezeichen im Kopf, anhand von Begriffen wie Societal Readiness Level, Key Impact Pathways, DNSH oder Gender Equality. Ariane Kroker, EU-Fördermittelexpertin bei PNO Consultants, erklärt in unserer Serie einige dieser neuen Begriffe.

Horizon Europe. Neues Programm – neue Begriffe.

Cluster in Horizon Europe

#HorizonEU ist das Gesamtprogramm für mehrere Förderinstrumente der EU, das auf 3 sogenannten Pfeilern ruht: Exzellente Wissenschaft, Globale Herausforderungen, Innovatives Europa.

Mehr als die Hälfte des gesamten Budgets von Horizon Europe (ca. 53 der 95 Mrd. EUR im Zeitraum 2021-2027) steckt im Pfeiler Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas (Pillar II). Hier legt die EU-Kommission unter Bezugnahme auf Globale Entwicklungsziele der UN (SDG) und den Weltklimavertrag (COP21) in mehrjährigen Plänen die strategische Ausrichtung für die Förderung fest.

Die Themen in Pillar II sind sechs Clustern zugeordnet:

  1. Gesundheit
  2. Kultur, Kreativität und inklusive Gesellschaft
  3. Zivile Sicherheit für die Gesellschaft
  4. Digitalisierung, Industrie und Weltraum
  5. Klima, Energie und Mobilität
  6. Bioökonomie, Lebensmittel, natürliche Ressourcen und Umwelt.

Die Cluster sind – wie die Titel bereits zeigen – sehr weit gefasst, und spätestens jetzt wird es auch für den Antragsteller komplex. Für jeweils 2 Jahre werden in detaillierten Arbeitsprogrammen die einzelnen Förderaufrufe und Ziele beschrieben. So umfasst das Arbeitsprogramm 2021/22 allein für Cluster 6 mehr als 550 Seiten und mehr als 180 Call topics. Jedes Cluster adressiert sogenannte Interventionsbereiche. Wiederum am Beispiel das Cluster 6 sind dies die Themenfelder:

  • Umweltbeobachtung
  • Land- und Forstwirtschaft, ländliche Gebiete
  • Kreislaufwirtschaft
  • Lebensmittel
  • Biodiversität und natürliche Ressourcen
  • Meere, Ozeane und Binnengewässer
  • Biobasierte Innovationen und
  • Bioökonomie.

In jedem der Bereiche sind sowohl Aufrufe zu eher grundlagenorientierter Forschung (niedrige TRL, siehe Folge 3) als auch zu marktnahen Projekten (z.B. Pilotprojekten, höhere TRL) zu finden. Dabei sind die erwarteten Ergebnisse (outcomes, siehe Folge 2) vorgegeben und dem Antragsteller ist es überlassen, einen Vorschlag zu unterbreiten, wie diese erreicht werden sollen. Die Auswahl der Projekte orientiert sich schließlich unter anderem daran, wie nachvollziehbar der Antragsteller der zugrunde liegenden politischen Interventionslogik folgen kann:

Übergeordnete SDG + politische Prioritäten der EU > eingegrenzt durch die mehrjährigen Prioritäten (key strategic orientations, niedergelegt im Strategischen Plan 2021-2024) > Zuordnung zur einem impact area > Beitrag zu einer destination (siehe auch Folge 1) und Erzielung bestimmter impacts.

Damit nicht genug, gibt es unter jedem Cluster mehrere sogenannte Partnerschaften, die zusätzliche themenbezogene Aufrufe veröffentlichen können. Dazu aber mehr in der nächsten Folge.

Nächste Folge 11 – European Partnerships

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