Neue Begriffe in Horizon Europe Folge 5

Jede neue politische Strategie bringt neue Wortschöpfungen hervor oder gibt bereits existierenden Worten zusätzliche Bedeutungen. So ist es auch mit dem Brüsseler Vokabular. Das spezielle EU-Sprech wird auch die kommende Förderperiode wieder prägen. Wer bereits einen Blick in die neuen Arbeitsprogramme für Calls unter Horizon Europe werfen konnte, hatte vermutlich einige Fragezeichen im Kopf, anhand von Begriffen wie destinationsoutcomesSocietal Readiness LevelKey Impact Pathways oder rebuttal. Ihre EU-Experten von PNO werden in loser Folge einige dieser neuen Begriffe erklären.

Horizon Europe. Neues Programm – neue Begriffe.

Folge 5: Key Impact Pathways

Das Horizon-Europe-Rahmenprogramm versteht sich als impact focused, d.h. erfolgsorientiert im Sinne einer nachprüfbaren Umsetzung politischer Ziele. Impacts sind nach der Terminologie die längerfristigen Effekte, welche durch die Förderung von Projekten in

  • Wirtschaft,
  • Umwelt und
  • Gesellschaft

entstehen.

Das Konzept der Key Impact Pathways KIP wurde eingeführt, um eine entsprechende Dokumentation und das Erreichen der erwünschten Wirkungen zu organisieren. Bei den Forschungsprojekten bilden neun verschiedene KIP logische Schritte zur Erreichung der erwarteten Auswirkungen des Projekts im Laufe der Zeit, insbesondere über die Dauer eines Projekts hinaus ab. Pathway 1 ist beispielsweise die Schaffung neuen Wissens, dokumentiert durch Publikationen (Projektergebnis), Zitation/Impact factor (nach 3 Jahren) sowie das Gewicht und die Aufmerksamkeit, die Publikationen aus geförderten Projekten im jeweiligen Wissensgebiet erzielen (nach mehr als 5 Jahren).

Dies bringt neue Dokumentations- und Berichtspflichten für die Antragsteller bzw. Fördermittelempfänger. Bereits im Antragsformular erfolgt eine Abfrage, was die Ausgangsbasis des vorgeschlagenen Projektes ist, z.B. in Bezug auf bereits veröffentlichte Arbeiten, zu verwendende Datenbanken oder verfügbare Produkte. Im Antragstext sollen dann quantitative und qualitative Abschätzungen und ein Narrativ entwickelt werden, welche Annahmen den Antragsteller dazu führen, dass diese Abschätzungen erreicht werden (können).

Neu ist auch ein sog. Canvas model, in dem diese erwarteten Wirkungsketten in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft anschaulich abgebildet werden sollen. Alles zusammen bildet dann wohl auch die Grundlage für die Überprüfung im Rahmen der Projektdurchführung und -auswertung. Nur das Erreichen von Meilensteinen und Zwischenzielen im Projekt ermöglicht künftig die Abrechnung in Horizon Europe, welche zum großen Teil als sog. Lump sum funding konzipiert ist.

Nächste Folge: Lump sum funding

Sprechen Sie uns an, wenn Sie mehr über Horizon Europe erfahren möchten. Unsere EU-Expertinnen freuen sich auf Ihren Anruf oder Ihre E-Mail. Oder werden Sie Mitglied in unserer Horizon-Europe-Gruppe auf XING (externer Link), um immer auf dem neuesten Stand zu sein.

Quelle Bild: Pixabay

Folge 1: Destinations – Langfristige Ziele

Folge 2: Outcomes – Wirkungen einzelner Projekte

Folge 3: Technological Readiness Level TRL

Folge 4: Societal Readiness Level SRL