BIOSKOH

BIOSKOH | Innovation Stepping Stones for a Novel European Second Generation Bioeconomy

Raffinerie

Hintergrund

Weltweit wird die Nutzung nachwachsender Rohstoffe intensiviert – sei es aufgrund der knapper werdenden fossilen Rohstoffe, der daraus folgenden Preisentwicklungen und regionalen Verfügbarkeiten oder unter dem Druck der Bewältigung der fortschreitenden Klimaeffekte. Die effiziente und nachhaltige Verwendung der nachwachsenden Rohstoffe wird dabei immer bedeutsamer. Neben dem Ausbau der energetischen Nutzung steht dabei die stoffliche Nutzung von Biomasse im Vordergrund der Entwicklungen und der Förderlandschaft. Die optimale Ausnutzung der gesamten Rohstoffbasis in komplexen Bioraffinerien, vom Einsatz land- und forstwirtschaftlicher Reststoffe bis hin zu innovativen Verfahren zur Verwertung aller Nebenprodukte ist Thema vieler aktueller Forschungen und Initiativen.

Die großen Problemfelder auf dem Weg zu effizienten Bioraffinerien sind nach wie vor der Einsatz von Biomasse der 2. Generation (z.B. Agrar-Reststoffe) gegenüber dem der  Nahrungsmittelkonkurrenz unterliegendem Feedstock aus 1. Generation, der daraus resultierende Flächenbedarf, niedrige Konversionsraten, hohe Kosten und Nebenprodukte mit geringer Wertschöpfung. Mit dem BIOSKOH-Projekt sollen diese Probleme bewältigt werden, indem man mit Hilfe neuer Verfahren pflanzliche Rest- und Abfallstoffe nachhaltig zu Energie- und Rohstofflieferanten umwandelt.

Projektbeschreibung

Das BIOSKOH-Projekt ebnet den Weg für eine fortgeschrittene Bioökonomie in Europa um eine nachhaltigere Zukunft zu sichern.

Das Projekt verfolgt das Ziel die größte Bioraffinerie zweiter Generation (2G) in Europa zu errichten, mit einer Erzeugung von 55 Kilotonnen Output pro Jahr. Die Demonstrationsanlage soll einen 15 bis 20 % höheren Ertrag als die derzeitige 2G Bioraffinerien erzielen. Die Umsetzung erfolgt im Osten der Slowakei an einem ehemaligen Industriestandort, der sich außerdem durch ausreichend verfügbare Biomasse auszeichnet.

Im BIOSKOH-Projekt sind zahlreiche Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette involviert – Industriepartner, Rohstoffproduzenten, Forschungseinrichtungen und Experten des Supply-Chain-Managements. Die Beteiligten wollen eine neue Biomasse-Wertschöpfungskette schaffen, in der die gegenwärtig großen Mengen an ungenutzten Ernterückständen (z.B. Getreide- und Maisstroh) und Holz verwertet werden sowie zusätzlich geeignete Pflanzenkulturen (ein- und mehrjährige Gräser) auf marginalem, d.h. bisher ungenutztem, Land angebaut werden (insgesamt ca. 320 Kilotonnen/Jahr).

Ein innovativer integrierter Prozess von Vorbehandlung, Hydrolyse und Fermentierung wird durch die Technologie-Lieferanten Biochemtex, Novozymes und Lesaffre entwickelt und bereitgestellt. Dieser wurde bereits erfolgreich getestet und demonstriert in der einzigartigen 2G Bioraffinerie Forschungsanlage in Crescentino/Italien. Der innovative Prozess führt letztlich zu einem höheren Ertrag pro t Rohstoff und soll jetzt zum ersten Mal auf einen kommerziellen Maßstab angehoben werden.

Ziel des BIOSKOH-Projektes ist es die technisch-wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Lingocellulose-Bioraffinerie zu demonstrieren. Des Weiteren wird die Lieferkette der 2G Biomasse optimiert und in ein transferierbares Konzept übertragen. Parallel erfolgt eine tiefgehende Lebenszyklusanalyse und Untersuchung sozioökonomischer Auswirkungen. Schließlich soll das Rohstoff- und das technologische Konzept auf weitere Standorte in Europa übertragen werden. Schätzungsweise 160 direkte und 500 indirekte Arbeitsplätze werden durch das Projekt geschaffen.

Projektpartner

  • Agriconsulting
  • Biochemtex Spa
  • Energochemica Trading A.S.
  • Farma Oborín, s.r.o.
  • Imperial College London
  • Lesaffre® & Cie
  • National Agricultural and Food Centre
  • Novozymes A/S
  • PNO Consultants
  • RISE Bioeconomy
  • Sustainability Consult

Das BIOSKOH-Video

Rolle von PNO

Die Hauptaufgabe von PNO besteht in der Erstellung einer Investitionsstrategie für BIOSKOH-Bioraffinerien and potentiellen Standorten in Europa. Um dies zu ermöglichen, umfassen unsere Aktivitäten:

  • Die Durchführung und Auswertung von Technologie- und Markt- sowie Stakeholder-Analysen für die Hauptprodukte Bio-Ethanol, Bio-Ethylen und Bio-Ethylenoxid
  • Das kontinuierliche Innovationsscouting im Bereich der stofflichen bzw. hocheffizienten Verwertung anfallender Nebenprodukte, insbesondere Lignin, Getreide- und Heferückstände, Holzspäne, biogenes CO2, Abwasser
  • Die Öffentlichkeitsarbeit und Maßnahmen zur weiteren Verwendung, Vermittlung und Replikation der Projektergebnisse für einen wachsenden Bioökonomie-Sektor in Europa
  • Die Analyse geeigneter Industriestandorte in Europa zur Erschließung weiterer Brownfield-Investitionen.

Für weitere Fragen zur bio-basierten Wirtschaft, zu BIOSKOH und zu EU-Förderprogrammen und -Projekten steht Ihnen unsere Expertin Ariane Waldmann gerne zur Verfügung.

BIOSKOH-Flyer …

BIOSKOH has received funding from the Bio-Based Industries Joint Undertaking under the European Union’s Horizon 2020 Research and Innovation programme under grant agreement 709557.