Arbeitsplan Energieeffizienz vom Klimaschutzministerium

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz BMWK hat am 17. Mai einen Arbeitsplan Energieeffizienz vorgelegt. Der Plan ist eine Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine. Er verfolgt das Ziel, die Abhängigkeit Deutschlands von russischer Energie zu verringern und setzt unter anderem auch bei einschlägigen Förderprogrammen an.

sichere energieversorgung in industrie und gewerbe

„Wer Energie spart, schont den Geldbeutel, schützt das Klima und stärkt das Land“

Das BMWK sieht neben der alternativen Beschaffung von Energie und dem Ausbau der Erneuerbaren im Energiesparen die dritte Säule, um unsere Energieabhängigkeit von Russland zu reduzieren.

Deshalb enthält der Arbeitsplan Energieeffizienz einen klaren Maßnahmenkatalog mit finanziellen Anreizen, gezielter Förderung, aber auch Anpassungen des regulatorischen Rahmens. Die einzelnen Maßnahmen und Instrumente sind mit Zeitplänen unterlegt.

Hier ein kurzer Überblick über den Inhalt des Arbeitplans:

I. Richtige Förderung, richtige Anreize

1. Förderung und Anreize sind ein wesentlicher Schlüssel für mehr Energieeffizienz. Dazu muss aber das Richtige gefördert werden. Steuergelder sollen gezielter dort eingesetzt werden, wo der Klimaschutzeffekt am höchsten ist.

2. Wichtig ist es, die Förderangebote für Haushalte und Unternehmen, insbesondere die Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG, neu auszurichten. Der Hauptschwerpunkt der Gebäudeförderung über die KfW-Bank und das BAFA wird auf der Sanierung bestehender Häuser und Wohnungen liegen.

3. Um Vermieter zusätzlich zu motivieren, die energetische Sanierung ihrer Gebäude voranzutreiben, soll der CO2-Preis für Erdgas und Heizöl nach einem Stufenmodell neu zwischen Vermietern und Mietern aufgeteilt werden.

4. In der Wirtschaft braucht es mehr Energieeffizienz und einen schnellen Wechsel auf erneuerbare Energien. Daher soll das bestehende Bundesförderprogramm Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft EEW noch in diesem Jahr novelliert werden, um den Energieträgerwechsel in der Industrie zu unterstützen.

5. Der Austausch von Öl- bzw. Gasheizungen soll gefördert werden. Um den Wärmepumpenhochlauf zu unterstützen, soll das Aufbauprogramm Wärmepumpe Anreize für Handwerksbetriebe und Planungsbüros geben, um an Weiterbildungen zu Planung und Einbau von Wärmepumpen teilzunehmen.

6. Netze zur Wärmeversorgung sollen rasch auf Erneuerbare umgestellt werden. Viele Kommunen und Stadtwerke stehen hier in den Startlöchern und haben bereits Ideen erarbeitet, wie sie ihre Wärmenetze dekarbonisieren können. Für den richtigen Schub soll die Bundesförderung effiziente Wärmenetze BEW sorgen.

7. In der Industrie ist ein regelrechter Nachfrageboom nach grünem Wasserstoff zu beobachten. Die Bundesregierung unterstützt den Markthochlauf von Wasserstoff.

II. Richtige Standards, richtiger Rahmen

1. Ab nächstem Jahr wird der gesetzliche Mindesteffizienzstandard im Neubau angehoben, und zwar auf die Effizienzklasse EH 55.

2. Ziel ist, dass Heizungen sehr rasch noch stärker auf Basis erneuerbarer Energien laufen. Deshalb gilt ab 2024, dass bei jeder neu eingebauten oder ausgetauschten Heizung, mindestens 65% Erneuerbare Energien zu nutzen sind.

3. Solardächer sollen zum Standard werden, um die Stromerzeugung aus Sonne schnell zu erhöhen.

4. Die ambitionierten Effizienz-Ziele Deutschlands sollen entsprechend der EU-Effizienzrichtlinie umgesetzt werden. Dazu braucht es auch einen regulatorischen Rahmen für die Senkung des Energieverbrauchs.

5. Es soll eine flächendeckende kommunale Wärmeplanung eingeführt werden, um den Ausbau der klimaneutralen Wärmeversorgung voranzutreiben.

III. Die richtige Beratung

Im Juni will das BMWK eine Energiesparkampagne starten, die Unternehmen, Gewerbetreibende und Verbraucher mit praxisnahen Tipps und Beratung ermutigt, selbst den Energieverbrauch zu reduzieren. Genauso soll der Wechsel etwa auf Erneuerbare Wärme oder die Solaranlage auf dem Dach unterstützt werden. Dabei werden auch Stakeholder eingebunden und aktiviert.

Hier können Sie den Arbeitsplan Energieeffizienz herunterladen.

Unabhängig vom Arbeitsplan Energieeffizienz können Sie schon JETZT Förderanträge in den einschlägigen Förderprogrammen zum Thema Umwelt Klima Energie stellen. Sprechen Sie deshalb unsere Experten an, wenn Sie ein Energie- oder Ressourceneffizienzprojekt planen. Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre E-Mail.

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