Bioökonomie

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Ressourcen schonen, Klima schützen, wirtschaftliche Chancen nutzen

Die allmähliche Überleitung der energieintensiven, wesentlich erdölbasierten Industrie in eine ressourcenschonende Form des Wirtschaftens auf Basis nachwachsender Biorohstoffe ist eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunft. Es geht um nicht weniger als die Umstellung der Wirtschaft von endlichen fossilen auf unendliche pflanzliche Rohstoffe. Der Begriff Bioökonomie beschreibt diese Vision einer Kreislaufwirtschaft, die sich an den Prinzipien der Natur orientiert und für innovative Unternehmen entlang der Wertschöpfungsketten vielversprechende Möglichkeiten bereithält. Ihnen bietet sich die Chance, mit eigenen Ideen und Forschungen zum Erfolg dieses Zukunftskonzeptes beizutragen und so vom „grünen Wachstumsmarkt“ zu profitieren.

Diese Chance sollten Sie nutzen – denn gerade in Deutschland sind die Rahmenbedingungen für die Bioökonomie hervorragend: Die gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Unterstützung ist groß und die Entwicklung bereits im vollem Gange. Politisch motiviert ist die Förderung der Bioökonomie insbesondere durch supranationale Nachhaltigkeitsziele, den Klimaschutz sowie den Erhalt der für das Leben und den Menschen wichtigen Naturgüter.

Bioökonomie | Anwendungsbereiche und aktuelle Entwicklungen

Der Begriff Bioökonomie ist weit gespannt – er umfasst die Produktion erneuerbarer biologischer Ressourcen und deren Transformation in Nahrungs- und Futtermittel ebenso wie die Herstellung biobasierter Produkte und die Erzeugung von Bioenergie. Zahlreiche Sektoren und Branchen sind mittlerweile in die bioökonomische Transformation involviert, wie etwa die Agrarwirtschaft, die Nahrungsmittelindustrie, die Holz- und Papierindustrie, die Bio- und anderen Verfahrenstechnologien sowie zunehmend auch die Chemie-, Textil-, Verpackungs- und Energieindustrie.

Die folgende Übersicht zu biobasierten Chancen verdeutlicht, wie vielfältig und komplex die Entwicklungen und Anstrengungen im Bereich der Bioökonomie mittlerweile sind. Sie dient zugleich als Anregung für interessierte Unternehmen, um ein eigenes Einstiegsfeld zu finden:

  • Automobilindustrie: Naturfaserverstärkte Karosserieteile, biokunststoffbasierte Innenverkleidungen und Autositze, „Löwenzahn-Reifen“
  • Bausektor: Holz als Baustoff, naturfaserverstärkte Verbundwerkstoffe, natürliche Dämmstoffe, Biodübel, Betonzusätze auf Biobasis
  • Chemische Industrie: Biokunststoffe, biobasierte Plattformchemikalien
  • Energiesektor: Biogas, Biodiesel, Bioethanol, Synthesekraftstoffe, Algenkerosin
  • Maschinenbau: Bioreaktoren, Bioprozesstechnik, Bioschmierstoffe
  • Ernährungsindustrie: Enzyme, Aromen, natürliche Lebensmittelzusätze
  • Pharmaindustrie: Biopharmazeutika, Arzneipflanzen
  • Konsumgüterindustrie: Biobasierte Tenside, enzymbasierte Reinigungszusätze
  • Textilindustrie: natürliche Rohstoffe für synthetische Fasern, Hightech-Fasern aus Spinnenseide, pflanzliche Gerbstoffe
  • Verpackungsindustrie: Verpackungen auf Pflanzenbasis oder aus Biopolymeren

Die Bioökonomie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor (externer Link) – etwa jeder zehnte Erwerbstätige in der EU ist heute schon in diesem Segment beschäftigt. In Deutschland ist jeder achte Arbeitsplatz in Unternehmen „angesiedelt“, die der Bioökonomie zuzurechnen sind. Der wirtschaftliche Ertrag liegt bei acht Prozent der deutschen Bruttowertschöpfung.

Bioökonomie ist schon im Alltag zu finden

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Die Bioökonomie ist einfach zu vielfältig, um hier auch nur ansatzweise darzustellen, womit sie sich momentan im Einzelnen beschäftigt. Sie ist aber schon in unserem Alltag angekommen, wie die folgenden Beispiele zeigen.

  1. Kaffeekapseln: Seit 2005 hat sich die Kaffeekapsel, in der Kaffeepulver portionsweise hermetisch verpackt und aufbewahrt wird, am Markt etabliert. Ihr Verkauf hat sich allein im Lebensmitteleinzelhandel zwischen 2005 und 2014 von 800 t im Jahr auf fast 18.000 t gesteigert. Bestandteil aller handelsüblichen Kaffeekapseln sind Aluminium oder erdölbasierter Kunststoff. Doch es gibt Alternativen (externer Link) aus nachwachsenden Rohstoffen wie zum Beispiel Lignin, Pflanzencellulose. Durch diese Alternativen lassen sich große Mengen von Kunststoff- und Aluminiumabfall vermeiden.
  2. Lederwaren: Viele Menschen kommen täglich mit Leder in Berührung (Kleidung, Accessoires, Schuhe usw.). Leder aus konventioneller Tierzucht hat allerdings eine schlechte CO2-Bilanz und wird tlw. mit Hilfe bedenklicher chemischer Substanzen hergestellt. Aber auch zur Verwendung von Tierhaut gibt es Alternativen, zum Beispiel das von einer Firma in Italien entwickelte Apfelleder (externer Link). Werden Äpfel verarbeitet, bleiben Stängel, Fasern und Schalen als Reste zurück. Diese werden getrocknet und anschließend zu einem feinen Pulver vermahlen. Das Pulver wird schichtweise auf einen Canvas aufgetragen und dann geprägt, um den typischen Lederlook zu erreichen. Ein deutsches Startup stellt aus dem Apfelleder Handtaschen her.
  3. Sportschuhe: Hochwertige Laufschuhe lassen sich auch aus biobasierten Rohstoffen produzieren, wie ein namhafter amerikanischer Hersteller (externer Link) von Sportartikeln beweist.  Die Zwischensohle basiert auf Rizinusbohnen, das Obermaterial auf Eukalyptus, die Einlegesohle auf Algenschaum und die Laufsohle auf Gummibäumen.
  4. Eislöffel: Einwegbesteck wird meistens aus fossilen Rohstoffen hergestellt und findet sich zu oft in der Umwelt wieder. Deshalb wird es ab Juli 2021 in der EU verboten sein. Ein deutsches Startup (externer Link) eine Alternative zu Plastik-Eislöffeln an. Hergestellt werden die Löffel, die sogar essbar sind, durch Upcycling aus Reststoffen der Lebensmittelverarbeitung (Haferspelzen, Kakaoschalenfasern).

Bei PNO Consultants sind Sie in Sachen Bioökonomie in guten Händen

PNO Consultants unterstützt seit vielen Jahren das Ziel, die europäische Wirtschaft auf eine nachhaltige Basis zu stellen. Deshalb ist PNO zum Beispiel Mitglied im europäischen Bio-based Industries Consortium (BIC) und im deutschen BioEconomy Cluster. Außerdem sind wir Partner in einer Reihe von einschlägigen EU-Projekten (siehe unten).

Mit unseren Innovation Services können wir Sie bei der Realisierung Ihrer biobasierten Innovationen schlagkräftig unterstützen. Zum Beispiel durch die Erarbeitung von Marktanalysen, Roadmaps, Businessplänen oder aussichtsreichen Förderanträgen in einschlägigen Förderprogrammen wie LIFE usw.

Sprechen Sie unsere Bioökonomie-Experten Annemarie Reiche, Barbara Bendaoud, Ringo Thomas, Peter Stuckert und Ariane Waldmann an. Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre E-Mail.